Taihape (ausgespr. Taihappy)

24Jan2014

Ja, so 'happy' war ich in 'Taihappy' dann nicht.

Am 03.01. bin ich also dort angekommen und wurde von dem Papa (James) und seiner zweijährigen Tochter (Frankie) abgeholt. Ein weiteres Abenteuer würde starten. War auch total gespannt. 'Hoffentlich mögen die Kinder mich' was alles was ich die ganze Zeit gedacht habe. Aber Frankie war am Anfang etwas schüchtern.Dann ging es mit dem Auto von der Innenstadt zum Haus, das aber etwas weiter außerhalb lag.

Wunderschön, wirklich. Tolles Haus und recht groß. Ich hatte auch meine eigenen 2 Zimmer und ein Badezimmer, die etwas separat vom eigentlichen Haus waren. Auch total schön mit riesigem Bett. Der einzige Dämpfer. Die hatten zwar WLan, aber das reichte nicht bis zu meinem Zimmer. Ich hab halt genau einen kleinen Platz gefunden, an dem ich Internet hatte, aber sobald ich mein Handy auch nur 1cm bewegt habe, war dort das Internet schon wieder weg. Aber gut. Kann man mit leben.

Dann die Familie. Superlieb und einfach total nett. Wirklich. James und Emily haben 2 Kinder, Frankie (2) und Zara (5 Monate). Die ganz Kleine war so schnuckelig. Zwar ein bisschen überfüttert und naja.. so kleine Pausbacken. Aber das war einfach zuckersüß. Auch jedes Mal, wenn sie nach einem Nickerchen wach geworden ist und man sie aus dem Bett geholt hat.. Da hat sie einen immer so angestrahlt und mit den Füßen gestrampelt. So als wenn sie sich richtig freut, dass man sie nun aus dem Bett holt.
Frankie konnte auch wirklich süß sein. Besonders am Anfang fand ich es so toll, wenn sie immer gesagt hat: 'I want Nina' (Blöderweise hieß das Au Pair davor Nina, aber sie meinte definitiv mich damit :D) Und dann kam sie immer zu mir, hat mich an die Hand genommen und mich irgendwohin zum Spielen gezogen. Das konnte später auch ein bisschen unpassend sein, weil ich wirklich nur schnell mal auf Toilette wollte, sie mich aber nich gehen lassen wollte. Auch nach Beteuerungen, dass ich ja gleich wiederkommen würde, meinte sie: I want Nina! Tja, da heißt es dann: Selbst eine Windel nehmen und reinpullern. - Nein, hab ich natürlich nicht gemacht, wäre aber wahrscheinlich die einfachere Lösung gewesen. Als ich dann das erste Mal mit den beiden Mädels allein war, wurde es teilweise ein bisschen tricky. Man konnte beide Mädchen nicht allein lassen, weil die Große sich dann manchmal auf die Kleine legt oder es witzig findet, sie zu hauen. Dann konnte man die Große kaum allein spielen lassen, weil sie dann schnell irgendwie maulig wurde und anfing zu weinen (und das ohne Grund). Und wenn sie erst einmal so weit war, fing sie an, mit den Beinen zu strampeln, zu weinen. Und die einzigen Worte waren dann nur: NO! oder I want Mommy! oder That's mine! Aber glücklicherweise konnte man sie immer schnell beruhigen. Was noch manchmal schwierig war, war der Kleinen die Flasche zu geben. Die Große hatte also die ganze Zeit die volle Aufmerksamkeit, weil die Schwester ja geschlafen hat. Und wenn man der Kleinen dann einmal die Flasche gegeben hat, wurde sie manchmal wirklich eifersüchtig und hat versucht, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Manchmal hat sie wirklich süß geholfen, ihre kleine Schwester zu füttern und hat ihr Küsse gegeben. Aber manchmal hat sie ihr auch einfach das Tuch zum Abwischen weggenommen oder einfach gehauen. Das fand ich dann manchmal schwierig mit einem Baby auf dem Arm, die andere davon abzuhalten, zu hauen. Da war ich aber wirklich teilweise echt streng. Das fand ich aber wichtig. Sie musste da auch Grenzen kennen.

Aber um auch mal wirklich wunderschöne Erlebnisse zu nennen. Frankie war den einen Tag total lieb und auf Kuschelkurs. Und es gab sogar 'A kiss for Nina' :) Und dann wollte sie auch immer auf meinen Arm und kuscheln. Einfach schnuckelig.

Und dann kam ein Paket. Und später noch eins. Von meiner Muttili. Und dieses Mal war ICH diejenige, die dachte: 'I want Mommy!'

Also sollte ich meine Muttili früher wiederbekommen als geplant.

Hier und da.

22Jan2014

Man, man, man. Ich war ja echt schreibfaul den letzten Monat über. Aber das lag auch daran, dass jetzt alles so Schlag auf Schlag kam. Alles hat sich irgendwie geändert und mein vorher gut ausgetüfftelter Plan ist wieder dahin. Aber gut.

 

Erstmal vorweg: Ich bin jetzt in Nelson (ja, das ist schon auf der Südinsel).

 

Bevor ich aber anfange zu erzählen, hier noch ein paar Fotos vom Festival of Lights in New Plymouth. Es ist wirklich wunderschön da, aber ich finde, dass die hier das Potential gar nicht so wirklich ausschöpfen. Man könnte in diesem riesigen Park so viel Bands spielen lassen, ein paar Stände aufbauen lassen mit Essen und Trinken. Aber im Endeffekt waren am Abend immer nur 2 Acts (auch eine Feuershow) und das Teehaus, das sowieso am See war.

Sogar mit Neonlichter Die wunderschönen Lichter am See Da hätte ich mir auch gut eine Band vorstellen können.

Naja auf jeden Fall war das das Festival of Lights in New Plymouth. Wunderschön. Mein Weihnachten war übrigens auch total toll. Ich habe die Zeit in der Familie aus der Kirche verbracht und es gab wirklich so viel Essen. Das könnt ihr euch nicht vorstellen:
Hauptgerichte: Seefrüchte-Curry, Reissalat, frischer Salat, Truthahn, Lamm, Gemüse, Muscheln, Kürbissalat, Kartoffelsalat, Kartoffeln

Und dann (extra für Jasmina): Nachtisch
Brownies mit Vanilleeis, Peppermint Fridge Tart (googlet die ganzen Sachen mal, die ihr vom Namen nicht kennt und macht die mal zuhause. Das war alles so UNGLAUBLICH lecker), Embrosia, Trifle! Ich wollte nicht aufhören zu essen, aber ich konnte einfach nicht mehr.
Dann ging die Reise weiter für Silvester. Ziel: Über Rotorua nach Tauranga. Dort sollte eine große Party stattfinden. Okay, erster Halt: Rotorua. So eine schönes Stadt. Obwohl sie eigentlich nicht so beliebt ist wegen dem Geruch dort. Da riecht es halt (besonders bei einem kleinen Windstoß) nach Schwefel, und nein, das war dann nicht der andere Fußgänger, der eben an einem vorbeigelaufen ist. Und wenn jetzt jemand nicht weiß, wie Schwefel riecht. Hier ein bekannteres Beispiel: Faule Eier! :D
Man sagt dann auch ganz gerne: Da kannst du hingehen und pupsen, ohne dass das jemand merkt (na Papa, willst du auch herkommen? :P). Aber trotzdem fand ich die Stadt toll. Auch die Hostels waren so schön. Supergünstig. Klein und familiärer, es gab Milch, Tee und Kaffee umsonst und etliche Gewürze in unserem Hostel. Und dann mein Dämpfer: Mist, wir müssen den nächsten Tag ja schon weiter nach Tauranga.

Dort angekommen mussten wir erst einmal eine halbe Stunde zu unserem Hostel latschen. Kein guter Start für Tauranga. Dort angekommen hat das Hostel ersteinmal 10 Dollar mehr gekostet als das in Rotorua und war nicht einmal ansatzweise so schön. Ich merkte, wie ich immer mehr Abneigung für diese Stadt empfand. Gut. Der günstigste Supermarkt war dann auch noch 1 1/2 h entfernt und dann habe ich die Stadt gleich unter: Nope! eingespeichert. Wir wollten uns dann so langsam für Silvester fertig machen. War ja mittlerweile schon der 31.12. Wir haben uns also jeder etwas zu trinken gekauft und dann wollten wir auch schon langsam los zum 'Mount Manganui', wo die größte Party stattfinden sollte. Leute, ich hatte sowas von überhaupt keine Lust mehr, den ganzen Tag zu latschen. 30min zum Hostel. Dann 1 1/2 h zum Supermarkt.. Den ganzen Tag nur am rumlaufen. Und dann war der Mount Manganui einfach mal 2h von uns entfernt. Ich konnts einfach nicht glauben. Hatte ich wirklich Lust, nachts irgendwann 2h zurück zum Hostel zu laufen?! Naja gut, ich hab mich dann schön mitschleifen lassen, meine Lust war aber da schon ca. bei joa, ich würde sagen 0. Irgendwann hatten wir auch einfach gar kein Bock mehr und dachten: Dann versuchen wir jetzt mal das gut und altbekannte Trampen. Sollte hier in Neuseeland ja mega gut sein. Wir also (zu dritt) den Daumen rausgehalten und so wirklich hoffnungsvoll war ich nicht. Ich mein, drei Leute?! Und dann wirklich. Es hat nicht lange gedauert und dann haben uns so zwei Typen (ca. 26) mitgenommen, weil die da auch zur Party wollten. Total gut. Meine Stimmung hob sich etwas. Angekommen wurde diese aber wieder leicht runtergezogen. Striktes Alkoholverbot auf dem Gelände! Ich kam mir vor wie eine 14jährige, die ihr Alkohol verstecken musste. Naja, alles vor dem Gelände ausgetrunken, wie alle anderen auch (das Verbot hat ja super geklappt. Besaufen sich halt alle 3m vor der Absperrung). Dort war dann auch echt viel los und ihr glaubt es nicht! Ich habe 2 Typen wiedergetroffen, die ich in Auckland bei der kostenlosen Stray-Bustour kennengelernt habe. Die haben einen Bungy gemacht, deswegen konnte ich mich noch an die erinnern. Und die habe ich dann da erstmal wiedergesehen. Auf jeden Fall war es dann ziemlich gut. Große Bühne am Strand mit Bands und DJs. Man kam sich etwas vor wie auf einem Festival am Strand mit anschließendem Feuerwerk um 12. Aber dann gegen 2 war auch schon alles wieder vorbei. Was? Leute? Schon auf die Uhr geschaut? Die Party fängt doch gerade erst an. - Nicht in Neuseeland. Yeeey! 2h wieder zurück latschen. Ich hatte einfach keine Motivation. Also: Daumen raus. Ich hatte noch weniger Hoffnung, weil uns schon vorher mehrere gesagt haben, dass die da schon Stunden stehen und keiner anhält. Aber gut, ein Versuch ist es wert. Und tatsächlich. Dann hat eine Mutter mit ihren Teenager-Töchtern angehalten und Cartier und mich mitgenommen und genau vor unserem Hostel abgesetzt. Danke! Bett, da bist du ja endlich!

Nach Neujahr war für mich geplant, noch einmal nach Rotorua zu fahren und da eine Tour zu machen (mir auch mal etwas zu gönnen) bevor ich dann zur Familie in Taihape fahre. Dort wollte ich dann 3 Monate bleiben und genug Geld zusammensparen, um dann den letzten Monat nur zu reisen.
In Rotorua habe ich dann die Maori Village Tour gebucht. So toll. Hier ein paar Fotos.

Der 'Begrüßungsplatz' Der Haka zur Begrüßung (oder Abschreckung) Haka Anleitung: Wie tanzt man den Haka Das für uns zubereitete traditionelle Hangi Das war soooo lecker Und zum Schluss nochmal die Jasmini :)

Danach wollte ich mich noch ein bisschen in Rotorua umschauen und hab was tolles entdeckt. Und das sogar umsonst.

Rotorua Dampf aus der Erde. Blubber Wie ihr seht brauchte ich gar nicht die 60 Dollar Tour, um so etwas zu sehen. Natürlich ist da jetzt kein meterhohe Wasser rausgespritzt, aber trotzdem total interessant. Besonders mit dem Schlamm-Blubber-Loch.
Joa und dann ging es am 03.01. nach Taihape zur Familie. Aber das erzähle ich euch ein anderes Mal.

Achja, ein guter Ratschlag aus Rotorua an alle Mütter: Wenn es mal ein bisschen Ärger geben sollte: !!

Bis bald!

Challenge: 'Mount Teriyaki'

23Dez2013

Ja, jetzt denkt ihr bestimmt alle, dass ich mir bei Subway ein Sub mit Chicken Teriyaki bestellt habe und dass meine Herausforderung das Essen war. Aber nein, Cartier sagt nur immer aus Versehen 'Mount Teriyaki' zum Mount Taranaki. Aber bevor ich das noch alles erzähle, hier noch etwas Älteres.

Isaiah und ich hatten also Donnerstag und Freitag unsere letzten Tage zusammen (zumindestens dass ich auf ihn aufpassen musste). Am Donnerstag sind wir also in den Pukekura/Brooklands Park gegangen, wo es auch einen kostenlosen Zoo und einen großen (in Deutschland gemachten) Spielplatz gibt. Seifenblasen Da war auch dieser ältere Mann. Das fand ich total süß von dem. Der ist wahrscheinlich in Rente und geht dann einfach immer zum Park und macht diese Seifenblasen für die Kinder. Herzzerreißend schön. Dann war da noch so eine Art 'China Park', der auch total schön war. Allerdings war das wirklich nur ein ganz kleiner Platz. China-Platz Die Jasmina Und nochmal am Eingang Also wunderschön. Am Freitag bin ich dann mit Isaiah und seinen zwei Nachbarinnen (die eine ist in seiner Klasse und die andere ist noch etwas jünger) zu einem Abenteuerland gefahren. Das ist echt richtig klein im Gegensatz zu unserem Abenteuerland. Aber trotzdem mal eine tolle Abwechslung für die Kleinen. Chipmunks Playland Da gab es noch ein kleines Dilemma. Isaiah hatte nach dem Rutschen ein kleinen Kratzer, wirklich mini. Aber wie 'Männer' nunmal sind, hat er das sooo dramatisiert. Die Welt ist praktisch untergegangen. 'Ah, das tut so weh. Ich kann meinen Arm nicht mehr bewegen'. Tja, dann musst du wohl die ganze Zeit bei mir sitzen bleiben und das kühlen. Aber nach dem Eis war natürlich alles wieder sofort vergessen. (Mal so nebenbei. Die Vierjährige hatte auf einmal einen großen Kratzer auf dem Rücken, das sah wirklich deutlich schlimmer aus. Und sie hat nicht einmal etwas gesagt. Und selbst als ich sie gefragt habe, ob alles in Ordnung ist und ob das wehtut und sie ein Kühlpack braucht. Nein, nichts. Schmerzfrei. So viel zu Männern und Frauen und der Wehleidigkeit).

Heute war es dann aber soweit. Cartier und ich wollten auf den Mount Taranaki (kurze Info: Seit dem die das 'aufgenommen/aufgeschrieben' haben, sind schon 85 Menschen dort gestorben. Und erst im September erst ein Pärchen, die sich erst verlaufen haben, dann aufgrund der Wolken nicht gefunden werden konnten und dann erfroren sind). War auch für mich eine Abschreckung. Aber als dann Hendrik meinte, dass wir da auf jeden Fall rauf müssen, haben wir das natürlich gemacht.

Kurzer Stop vorher: Lake Mangamahoe. Atemberaubend. Lake Mangamahoe

Erste Entscheidung: Wie lange? Ach, nicht so einen einfachen Weg. 4 Stunden wollte ich schon laufen. Dann rauf da. Der Anfang ging total. Klar ein bisschen steil, aber der Kiesweg und die teilweise großen Steine haben es erleichtert. Dann kam ein betonierter Teil. Der Horror. Wirklich. Es war so steil. Cartier konnte glücklicherweise immer recht große Schritte machen. Aber ich mit meinen kurzen Beinen bin bestimmt doppelt so viele Schritte gelaufen. Leider war es am Berg sehr bewölkt. Deswegen konnte man je weiter man nach oben ging, weniger sehen. Hier ein paar Eindrücke. Mount Taranaki: Auf dem Weg nach oben Und weiter. Die Sicht auf die Stadt Unser Weg (oben links seht ihr diesen Mast. Da lag unser Ziel. Die Hütte rechts war unser Ziel. Es schien (!) nicht mehr weit. Da konnte ich noch ein T-Shirt tragen. Schon weiter oben. Der kleine Weg rechts war unser Pfad. Der hintere Weg war der schrecklichste. Er sieht nicht so steil aus, aber er war wirklich so anstrengend. Oben angekommen. Leider sehr bewölkt.
Wir waren nun schon recht weit oben. Und dadurch, dass Wolken ja eigentlich nur Wasser sind, wurde es auch wirklich kalt. Ich musste meine Jacke anziehen und meine Finger waren wirklich schon teilweise eisig. Meine Nase lief ununterbrochen. Bis dahin dachten wir auch noch: Man, wie können sich Leute denn hier verlaufen, aber da hatten wir ja noch den Rückweg vor uns. Als wir nämlich nach einer kleinen (wirklich kleinen) Pause den Rückweg antraten, war ich teilweise wirklich erschrocken. War das der Weg? Das soll der Pfad sein? Gehts hier wirklich lang? Teilweise war es nämlich kein Weg mehr, sondern nur noch Steine und größere Felsbrocken, über die man rüberklettern musste. Oder nur Mini-Pfade.. Die Nebel- bzw. Wolkenfront erschwerte die Orientierung. Hier die Fotos. Nur Wolken. Der Mini-Weg, rechts geht es einfach nur steil runter. Ein Blick nach unten, ein falscher Schritt. Da wollten wir nicht landen. Und weiter gings.    Blick nach unten. Der Weg. Hier haben die roten Stangen den Weg markiert. Cartier und die Nebelfront. Die Aussicht. Die Aussicht.
 Und dann waren wir auch schon auf unserem sicheren Weg zurück. Eine tolle Erfahrung. Dadurch, dass ich meine neuen Wanderschuhe dort das erste Mal getragen habe, hatte ich natürlich schöne Blasen an den Fersen. Aber trotzdem war ich froh, dass ich die Schuhe anhatte, denn manche Steine waren schon recht spitz. Wir sehen, wo es uns an Silvester hintreibt.

Bis bald. Ich vermisse euch!

Festival of Lights und Sturköpfe

17Dez2013

Zurück in New Plymouth.

Ich bin nun also bei der Familie in New Plymouth. Wie ich dort hingekommen bin? Mit einem Bus aus Hawera und Leute, ich sage euch, die Busse hier sind genauso pünktlich wie unsere Deutsche Bahn. Nämlich gar nicht. Demnach war ich auch erst super verunsichert, ob ich auch an der richtigen Haltestelle stehe. Nicht, dass ich den doch verpasse, weil ich woanders warte. Um sicher zu gehen, dass ich den Bus auch wirklich nicht verpasse, habe ich echt jeden Busfahrer gefragt, ob dieser nach New Plymouth geht (auch wenn 'nakedbus' drauf stand und ich mit 'Intercity' unterwegs war. Aber sicher ist sicher). Bin dann irgendwann angekommen und wurde auch von der Bushaltestelle abgeholt. Musste dann zu Vaughan (der Vater) auf die andere Straßenseite und dann höre ich so ein Pfeifen. Und bei sowas drehe ich mich nie um, weil ich es einfach dämlich finde. Man kann sich dabei einfach nur blöd vorkommen, denn entweder wird einem hinterher gepfiffen, man dreht sich um und das sind irgendwelche komischen Leute oder einem wird hinterher gepfiffen, dreht sich um und merkt, dass das Pfeifen nicht für einen bestimmt war. Deshalb schön weitergehen. Aber dieses Mal galt das Pfeifen mir. Uuuups. Ein Typ kam außer Puste angerannt und drückte mir meinen Schlafsack in die Hand. Irgendwie muss ich noch eine bessere Methode finden. Der fällt aber auch jedes Mal raus.

Freitag Nacht haben wir dann noch den Kuchen für Isaiahs Geburtstagsparty am Samstag gemacht. Einige komsiche Dinge: Die Party fing um 11.30h morgens an und ging 2Stunden (fing das bei uns auch immer so früh an? Und ich dachte, dass meine Eltern sich immer länger mit uns rumgeschlagen haben als nur 2 Stunden. Dann: Er hat erst im Januar Geburtstag und feiert sozusagen vor, weil hier ja Sommerferien sind und dann ja viele im Urlaub sind.. Feiert man nicht immer danach? Vorfeiern bringt doch Unglück oder nicht? Aber gut). Hier also unser Kuchen, kleiner Hinweis. Motto der Party war 'The Avengers' und das ist das Schild von Captain America. Nom nom. Am Samstag waren dann 12 kreischende Zappelkinder im Haus, die beschäftigt werden wollten. Das ging auch alles supi.
Und dann kam der Sonntag. Und somit am Abend die Eröffnung vom Festival of Lights. Es fand statt in diesem großen Park mit der Bühne (davon habt ihr ja auch schon ein Bild gesehen) und gleich am Anfang hat jeder eine Kerze bekommen. Insgesamt waren über 9000 Menschen dort. Ja und da bald Weihnachten ist, wurden da auch Weihnachtslieder gesungen. Mit all den 9000 Menschen. Total schön. Aber als es dann erst dunkler wurde. Da hat sich erst gezeigt, wie unglaublich alles aussah. Hier ein kleiner Eindruck davon. Die Bühne auf der Bands und Tanzgruppen aufgetreten sind So sah es hinter mir aus. Melissa, Isaiah und ich Wie ihr seht. Atemberaubend. Das Ende wurde mit einem Feuerwerk gekrönt.
Dann näherte sich mein erster Arbeitstag und schwimmen gehen stand auf dem Programm. Es war auch wirklich alles kein Problem. Er hat keine Faxen gemacht und wir hatten eine Menge Spaß. Isaiah war besonders begeistert von der Rutsche. Aber als wir nach Hause kamen, gab es das erste Mal Stress (ich muss sagen: Er darf nicht zu viele Süßigkeiten, seine Zähne haben auch schon ein bisschen gelitten und fernsehen natürlich auch nur in Maßen). Dementsprechend durfte er 1h fernsehen und danach wollten wir rausgehen und mit dem Hund spielen. Keine 10min später ist er auch wieder drinnen und macht den Fernseher wieder an. Ich dachte, ich spinne. Hab erst einmal ein Wörtchen mit ihm geredet. Dann kam das nächste Dilemma. Ein paar Süßigkeiten hat er schon bekommen und dann hat er seine Zuckerstange von Santa auspacken wollen. Ich war mir aber etwas unsicher, weil gerade Zuckerstangen echt schlecht für die Zähne sind und er ja auch schon etwas hatte. Deswegen habe ich gesagt, dass er ein bisschen warten muss bis seine Mama wiederkommt und dann darf er die vielleicht haben. Das war dann der Weltuntergang. Bockiges Kind hoch 2830. Auch wenn ich ihm das 200 erklärt habe, dass das ja nicht gleich ein nein ist, dass er nur warten muss. Nichts zu machen. Hat sich bockig auf die Couch gesetzt und gesagt wie blöd ja alles ist. Aber nicht mit mir Freundchen. Da habe ich ihm erstmal gesagt, dass er den ganzen Tag alles bekommen hat, was er wollte und jetzt so undankbar und 'naughty' ist. Und seine Begründung: Ja ich bin wütend und deswegen bin ich unartig. Wunderbare Ausrede. Zieht bei mir ja nicht. Aber dann kam auch seine Mama nach Hause und natürlich gabs dann die Zuckerstange und fernsehen durfte er auch. Also ich weiß ja nicht. Das fand ich überhaupt nicht gut. Besonders nach dem Verhalten. Da bin ich später strenger mit meinen Kindern. Ein nein muss auch mal sein. (Aber irgendwann hat er es auch eingesehen und meinte, dass Santa ihm nur Kohle in seine Socken tut - gut, gelernt hast du ja). Aber danach kam schon wieder diese Begründung: Ja es sind Ferien und da bekomme ich alles. Äh Stop! Nicht von mir! Also dieses Motto zieht sowas von überhaupt nicht bei mir. Naja gut. Heute waren wir dann im Kino. Ich bin also hingefahren und wir haben dann einen Parkplat im Parkhaus gesucht. Und als wir dann nach 2min noch keinen gefunden haben, wurde er schon nörgelig. Dann hat er einen für ihn perfekten Parkplatz gefunden (das war ein behinderten Parkplatz, aber ihm war nicht klar, dass wir dort nicht parken können).. Da schreit er mich schon fast an, warum ich denn nicht da parke. Das hat mich ja echt total aufgeregt. Soll er doch fahren. Mit Kindersitz. Erstmal angedroht, dass wir auch sofort wieder nach Hause fahren können. Dann war er ruhig. (Ach man :D Das klingt echt so als wäre ich immer so gemein. Aber das bin ich gar nicht. Nur bestimmt und nicht so leicht weichzuklopfen. Besonders wenn man so stur, bockig und bestimmend ist. Wir haben auch tolle Zeiten, wirklich.) Nach dem Film ging es nach Hause und dann.. ihr glaubt es nicht. Macht er doch tatsächlich gleich den Fernseher wieder an. Ich konnte es kaum fassen. Aber gut.. Später habe ich noch gekocht. Und ein bisschen traurig, dass ich erst nach Neuseeland kommen muss, damit ich das erste Mal Lapskaus mache. Aber tadaaa.. Mein kleines Stückchen Deutschland (und besonders mit Erinnerung an Omili und Opili). Lecker.

Achja und hier der Beweis, dass ich schon braun geworden bin. Braun. Mal sehen wie die Woche weitergeht.
Ihr fehlt mir!

Ein Einbrecher?

12Dez2013

Ja, das war mal absolut das komischste Erlebnis.
Gestern war also wieder DVD-Abend angesagt (natürlich getarnt als 'Zumba-Abend' unter Mädels). Aber wir haben wirklich auch Sport gemacht! Naja auf jeden Fall fährt man zu Céline immer ein ganzes Stückchen und gestern Abend sind wir dann erst relativ spät losgefahren. Als ich dann zuhause war, war es ca. 24Uhr. Und dann stehe ich vor dem großen grünen Tor und das ist einfach abgeschlossen. Ich wusste auch nicht so wirklich weiter, weil das Tor wirklich hoch ist. Ich meine, ich bin ja nicht mega unsportlich, aber so sportlich wie mein Freund bin ich nun auch wieder nicht, dass ich einmal über meine Körpergröße springen kann.
Zum Glück hat Patrizia noch gewartet und dann hieß es: Räuberleiter. Kam mir echt vor wie so ein Einbrecher, weil uns dann auch noch jemand aus dem Nirgendwo (wo hat der Typ sich versteckt? Ich habe die Stimme gehört, ihn aber nicht gesehen) gerufen und gefragt hat, was wir denn da machen. Naja, aber nachdem ich gesagt habe, dass ich da ja wohne aber keinen Schlüssel habe, war er wohl zufrieden. Dann gings ja weiter mit der Räuberleiter und ich hatte echt ein bisschen Angst, dass Patrizia zusammensackt, wenn ich mich so abstoße. Aber ging dann alles gut. Das war ja mal wieder was..

Ansonsten saß ich heute echt eine ganz lange Zeit auf so einem Stein weiter oben auf dem Berg und habe einfach Musik gehört. Ihr fehlt mir so! So viele Lieder, bei denen ich an meine Liebsten zuhause denken musste. Vielleicht lesen das ja einige, bei denen ich in Gedanken war: ( Wunderbare Jahre - Emma6: Meine liebste Abiband! Tolle Zeit mit euch! Und natürlich an den ganzen Jahrgang. Ich denke da immer an unsere Abibelustigung. Das war echt einfach nur schön! Fast Car - Taio Cruz: Erinnert mich immer an die Abiprüfungszeit. Und dann an Mutti, weil du einfach so superleckere Essenspakete gemacht hast. Bom Bom - Sam and the Womp/ Watch out for this: Shrini? Ja, da habe ich an dich gedacht! :D Ich denke immer daran, wie du bei Bom Bom mitsingst.. Papaoutai - Stromae: Marius, da habe ich an dich gedacht. Wie du mir das Lied das erste Mal gezeigt und dazu getanzt hast.. Aber es gab noch so viele andere Lieder, bei denen ich an dich gedacht habe. Hey Brother - Avicii: Meine Allerliebsten, die auf meiner Abschiedsfeier waren. Ich weiß noch genau, wie Fabio und Patrick das Lied hören wollten. Deswegen erinnert es mich so daran. Ich vermisse euch!)

Hier noch eben ein paar Fotos von dem Strand in Patea.
Das Bild mit mir drauf sieht etwas dullig aus, weil ich die Augen so zusammenkneife. Aber ihr glaubt es nicht. Wenn man hier ganz normal nach draußen geht und auch ohne in die Sonne zu gucken. Es blendet einfach so. Das ist so extrem.

Ohne Sonnenbrille ist es viel zu hell. Strand in Patea Strand in Patea am Abend Hier saß ich und habe an euch gedacht.

 

Bis bald,

eure Jasmina

Sonnenbrand und Zukunftspläne

10Dez2013

Es tut mir wirklich Leid. Die letzten Tage war ich wirklich echt schreibfaul. Aber es gibt ganz viele Neuigkeiten.

Ich bin nun schon etwas über eine Woche in Patea. Und ich war wirklich fleißig (kleiner Schulterklopfer für mich). Dadurch, dass ich hier ja ein Bettchen angeboten bekommen habe, wollte ich auch so viel wie möglich auf deren Campingplatz helfen (habt ja schon mich auf dem Quad gesehen). Ja und dann habe ich dort noch die Badezimmerdecke gestrichen und heute war die ganze Hütte dran. Hat den ganzen Tag gedauert und gestern beim Holz verbrennen, hat mich die Sonne auch verbrannt. Richtig schön im Nacken (also Nackensteak praktisch). Aber gut. Ansonsten bin ich schon recht braun für meine Verhältnisse.
So zu den Zukunftsplänen. Als Backpacker bin ich hier jetzt ganz schön organisiert. Am Freitag gehts also nach New Plymouth, um der Familie aus der Kirche auszuhelfen (Geburtstagsparty für den 6jährigen Sohn vorbereiten und während der Ferien auf ihn aufpassen, Weihnachtsdeko.. Es gibt also genug zu tun). Das werde ich eine Woche machen (also bis zum 20.12.) und danach gehe ich hoffentlich mit Céline und Patrizia zum Festival of Lights in New Plymouth (Céline ist auch in der Kirche und Patrizia habe ich durch sie kennengelernt. Haben auch schon einen DVD-Abend gemacht.. Mit Mousse Au Chocolat :) Superlecker, aber das ist Schokolade ja immer. Und die Beiden sind einfach superlieb. Hab sie sofort in mein Herz geschlossen.)
Naja und nach dem 21. werde ich mal schauen. Denn dann habe ich bis zum 5. Januar Zeit noch die Nordinsel anzuschauen, denn dann gehts nach Taihape! Ich bin so glücklich, dass das alles geklappt hat. Dort werde ich als Au Pair für 3 Monate bleiben und auf zwei süße Bebies aufpassen (2 Jahre und 3 Monate). Und danach bleibt mir auch nur noch ein Monat, um die Südinsel zu erkunden, bis ich wieder zu euch (meine Liebsten) nach Deutschland komme.
Ihr glaubt nicht, wie erleichtert ich bin, dass es jetzt einen 'Plan' gibt.


Bis bald,
eure Jasmina

Schwups - Patea

02Dez2013

So meine Lieben.

Alles ging viel schneller, als ich gedacht hätte. Und nun bin ich schon raus aus New Plymouth und in Patea gelandet. Nachdem ich Sonntag in der Kirche war und dort von meinem unschönen Erlebnis erzählt habe, wollten mir sofort alle so schnell wie möglich helfen. Und das nicht erst in ein oder zwei Tagen, nein, sofort und auf der Stelle. Damit ich aus New Plymouth rauskomme. Wir sind also direkt zu meiner Wohnung gefahren und da erstmal - Tür abgeschlossen. Da stand ich also ohne Schlüssel, den habe ich nämlich noch gar nicht bekommen. Fand ich natürlich ganz toll, weil die jetzt alle warten mussten. Da helfen mir schon alle und ich muss sie noch alle warten lassen. Deswegen habe ich versucht, die Mama von dem behinderten jungen Mann anzurufen, ihn selbst zu erreichen und meine Mitbewohnerin ans Telefon zu bekommen. Nichts. Dann endlich meine Mitbewohnerin am Telefon: Ja, wo bist du gerade? - Ja, ich bin noch beim Laufen. - Ich stehe hier gerade vor dem Haus. Und es ist abgeschlossen. - Ja, da musst du wohl auf mich warten. - Und wann kommst du zurück? - Ca. 45 Minuten.

Bitte was?! Das hat mich echt vom Hocker gehauen und einfach gezeigt, wie 'lovely' meine Mitbewohnerinnen waren. Zum Glück haben wir dann noch gesehen, dass die Terassentür offen war. Ich meine Sachen schnell gepackt, die Mutter (also meine 'Chefin') angerufen, gesagt, was passiert ist. Irgendwann kam auch meine Mitbewohnerin, die meine Gäste mit einem 'total netten': 'Wer bist du?!?!' begrüßt hat und auch sonst total bockig aussah. Nett.
Naja und dann gings auf nach Patea. Hier bleibe ich erstmal zwei Wochen und kehre dann für eine Woche zurück nach New Plymouth, um der anderen Familie aus der Kirche bei den ganzen Weihnachtsvorbereitungen zu helfen (u.A. auch auf den total schnuckeligen Sohn aufpassen). Und hier in Patea.. Die haben ein Motor Camp, also ein Campingplatz. Und da helfe ich. Gestern haben wir richtig geackert, diese riesigen Pflanzen rausgerupft (ihr hättet mal die unglaublichen Wurzeln sehen sollen.. Also die Wurzeln, ich mein damit keine Karotten/Möhren sondern Wurzeln. Aber ihr wisst wahrscheinlich, was ich meine, schließlich nennen nur Sharina und ich Karotten Wurzeln..). Aber das Beste war.. Ich durfte das ganze Zeug mit dem Quad wegfahren. :) Thihi :) Fleißig fleißig .. Achso, Sharina? Auf den Fotos sieht man es wieder besser: Das Bild ist ja total 'scharf'. Ich hab noch eins, das ist extrem verschwommen, aber das mag ich nicht hochladen. Da seh ich echt zu naja aus :D:P

Und nun mal sehen, was noch kommt. Ich bin gespannt.

Ich vermisse euch so sehr!
Eure Jasmina

An alle: Augen auf!

29Nov2013

Ich kann heute eh nicht mehr schlafen und schreibe deswegen. An alle, die zuhause sind und das lesen. Bitte macht euch keine Sorgen, ich habe hier Unterstützung von wundervollen Menschen, die auf mich aufpassen. Ich will auch niemanden aufwühlen oder sonst was. Ich will nur sagen, dass ihr, auch wenn hier so viele hilfsbereit sind, immer ein klein wenig skeptisch bleiben solltet. Damit euch so etwas hoffentlich erspart bleibt. Mir geht es gut. Es ist mir nichts passiert.
Aber trotzdem kann ich nicht sagen, dass es nichts war.

Ja, auch in Neuseeland gibt es "schlechte" Menschen und ich musste leider die Erfahrung mit einem von ihnen machen. Deswegen bitte ich besonders alle Mädchen, die als Work&Travellerin unterwegs sind, passt auf und hört auf euer Gefühl!

 

Ich war heute wieder beim Dönermann. Wie immer war Mohammed (16) da. Ich verstehe mich echt gut mit ihm und das Arbeiten macht dann auch recht viel Spaß, auch wenn nichts zu tun ist. Und dann war da ein Neuer.. ich nenne ihn mal H. Er sah freundlich aus, um die 40-45 Jahre, hatte eine Halbglatze und trug eine Brille. Er war total offen, nett und zuvorkommen. Hat mir was zu Trinken und was zu Essen angeboten. Bis dahin alles gut. Aber als Mohammed dann später in die Küche ging, hat mich H. gefragt, ob ich gerne in Clubs und Tanzen gehe. Ich hab mir erstmal nichts dabei gedacht und meinte: Ja. Dann hat er mich gefragt, ob er mir nicht einen Club zeigen soll. Und ob ich eine Freundin/einen Freund mitnehmen will. Naja, das klang dann ja nicht so schlimm, wenn ich nicht allein bin. Da meinte ich 'Ja', dass ich einen Freund/eine Freundin frage.. Danach kam ein: Ach ne, lass uns doch alleine gehen. Da wurde es merkwürdig und mir schon mulmig im Bauch. Um klar zu stellen: Ich hatte nie vor, da mitzugehen! Er hat mich danach noch gefragt, ob ich 18 bin und Alkohol trinke.. Da meinte ich: Ne, nur manchmal bzw. selten. Und er: Ja, also ich mag es ja, die Leute zum Trinken zu bringen. Also ich trinke nicht und ich zwinge sie auch nicht.. aber ja.
Es wurde wirklich schrecklich. Dieses Gefühl. Ich meinte nur: Nee, das ist doch zu gefährlich. Und das unglaubliche war, dass er immer wollte, dass Mohammed nichts davon mitbekommt, meinte auch zu mir: Ja, aber sag ihm nichts.

Natürlich würde ich ihm etwas sagen. DAS ging nun zu weit und ich fühlte mich unwohl. Ich versuchte, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, um allein mit Mohammed reden zu können. Aber es ging nie. H. war immer mit im Raum. Dann endlich ein Kunde und ich war allein mit Mohammed. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass H. immer zuhört. Deswegen konnte ich kaum etwas sagen und Mohammed hat auch nicht wirklich verstanden, was ich versucht habe, ihm zu erklären. Dass da nämlich gerade etwas vollkommen schief läuft. Er meinte immer nur: Es sind deine Ferien. Du kannst machen, was du willst. Neue Erfahrungen. DIESE Erfahrung wollte ich mir definitiv ersparen. Und dann kam H. schon in die Küche und hat Mohammed gefragt, wann er 18 wird und ob er gerne tanzen geht.. Da war es klar. Er wusste, dass ich über ihn gesprochen habe. Dann meinte er: Ja, ich würde dich ja gerne mit in Clubs nehmen, aber du bist zu jung.. Ich fühlte mich verloren.

H. wurde immer stiller, obwohl er vorher geredet hat wie ein Wasserfall. Dann, als niemand im Laden war, ist er nach draußen gegangen und hat mich zu ihm gewunken. Ich also nach draußen (öffentlich mit noch mehr Leuten als nur Mohammed in der Küche). Er hat ins Weite geschaut und irgendwas übers Wetter gesagt. Dann kam: Worüber habt ihr beide geredet? Und da war er sehr ernst. Er war gruselig. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und habe gelogen. Ich habe ihm gesagt, dass ich Mohammed nur gefragt habe, ob die beiden auch verwandt sind und ob H. Mohammed gut kennt. Da meinte er nur: Ja, ich kenne die Familie gut. Sie ist praktisch meine zweite Familie.
Dann kam der Höhepunkt und H. hat mich gefragt, ob ich heute Abend denn ein kurzes Kleid bzw. ein Kleid für den Club trage. Und als ich wirklich sprachlos war und nur sagen konnte, dass ich ein Backpacker bin und nicht viele Sachen habe, hat er gefragt, ob ich denn Shorts habe und High Heels trage. Ich war so schockiert. Dann kam zum Glück ein Kunde und ich konnte reingehen. Ich wollte nur noch weg, jemandem das erzählen können. Dann hab ich nach Mohammeds Handynummer gefragt, damit ich ihn danach anrufen kann, um ihm alles in Ruhe zu erzählen. Um 20h konnte ich dann nach Hause (leider nur einige Häuser von dem Dönermann entfernt) und als ich ging, meinte Mohammed, er wartet auf meinen Anruf. Hinter ihm stand H. und machte ein 'Ich ruf dich an'-Zeichen.
Meine Bewerbung wurde nicht, wie bei anderen Unternehmen, sicher aufbewahrt, sondern lag in einem Regal hinter dem Tresen. H. hatte also meine Adresse und Handynummer. Ich kam zuhause an und war einfach nur aufgelöst.

Es ging noch weiter. Ich habe meiner Mitbewohnerin alles erzählt und sie meinte, ich soll den Chef anrufen. Dafür müssten wir aber in dem Restaurant anrufen, weil der gerade da war, und möglicherweise würde auch H. rangehen, um eine Bestellung aufnehmen. Deswegen hat meine Mitbewohnerin angerufen, damit H. meine Stimme nicht erkennt. Und er ging ran. Sie frage nach dem Manager und er meinte, er wäre der Manager und hat gefragt, worum es geht. Sie hat nach seinem Namen gefragt, woraufhin er mit einer Kurzform seines Namens antwortete und hat immer wieder gefragt, worum es ging. Sie meinte immer nur: Das ist eine Privatangelegenheit. Aber dann komme ich morgen einfach persönlich rum. Ich habe es an der Stimme gehört und daran gemerkt, dass er für den türkischen Inhaber zu gut englisch gesprochen hat.. Es war H. Dann hat meine Mitbewohnerin blöderweise gesagt, dass es um einen Angestellten geht und gesagt, dass es heute passiert ist. Ich wusste sofort, dass er weiß, dass es um ihn geht. Aber meine Mitbewohnerin hat dann aufgelegt. Ich muss sagen.. Ich hatte wirklich Angst.

Andrew, der junge Mann, auf den wir aufpassen, war heute auf einer Art Weihnachtsfeier. Als er nach Hause kam, habe ich mich erschrocken und meine Mitbewohnerin ist an die Tür gegangen und meinte: Es ist nur Andrew.. Und dann stand H. auf einmal in dem Vorraum! Er hat gefragt, ob ich da bin. Sie meinte, ja, aber dass er jetzt bitte das Haus verlassen würde und auch nicht mehr herkommen soll.

Und nun sitze ich hier, schreibe euch. Immer noch mit dem Gedanken, dass jederzeit irgendjemand vor meinem Fenster stehen könnte. Aber ich weiß, dass mir nichts passiert. Habe der Familie aus der Kirche auch schon bescheid gesagt. Ich werde dort nicht mehr arbeiten und möglichst schnell die Stadt verlassen. Alleine Spaziergänge werde ich auch nicht mehr machen.

Die Entscheidung steht: Adieu New Plymouth!

Mit noch etwas beängstigten Gedanken

Eure Jasmina

Zeit für Veränderungen

29Nov2013

Die Entscheidungsphase geht in die Endrunde.

 

Meine Entscheidung ist nun eigentlich gefallen. Ich möchte woanders hin und aus New Plymouth raus.

Aber noch einmal kurz was anderes: Die Tage hier sind momentan recht regnerisch. Naja, 'recht' ist da echt untertrieben. Es gießt wie aus Eimern, weswegen ich gerade nicht so viel unternehmen kann. Aber dafür war ich nun schon zwei Mal beim Probearbeiten beim Dönermann. Er weiß, glaube ich, noch nicht, dass ich wirklich relativ schnell die Stadt verlassen will, aber das sollte in Ordnung sein. (Er hat selbst gesagt: Ja, ob du 2 Monate oder einen Monat hier bleiben willst. Das musst du wissen) - Okay, oder vielleicht nur noch 2 Wochen? Die Arbeit ist dort wirklich ganz gut. Dadurch, dass der Laden nicht direkt in der Stadt ist, kommen auch nicht ganz so viele. Und natürlich ist es ja eine Art 'Fast Food Restaurant'.. Deswegen muss alles total schnell gehen. Und weil ich natürlich neu bin, muss ich nur so Miniaufgaben machen, da ich ja noch nicht so routiniert bin. Manchmal komme ich mir da echt doof vor, wenn ich da nur so doof rumstehe. Aber gut, so lange ich hoffentlich auch Geld dafür bekomme, stehe ich auch gerne rum. Meine beiden Arbeitskollegen (der Inhaber und sein Neffe - erfüllt ja total das Klischee einer türkischen Familie, dass alle ihre Verwandten einstellen) sind total nett, auch wenn ich den Inhaber und sein türkisch-englisch nicht immer ganz so gut verstehe.

Ansonsten habe ich letztens mit einer Frau von einer Au Pair Agentur hier geskypet. 40 Minuten lang. Hoffentlich findet sich schnell eine Familie für mich. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

 

Und hier noch ein Foto, etwas außerhalb von New Plymouth. Man sieht.. Das Wetter ist nicht so pralle. Sehr hügelig hier..

Bis dann!
Eure Jasmina

Lernen, zu entscheiden.

26Nov2013

Es gibt zwei Dinge, in denen ich wirklich richtig schlecht bin. Im Nein sagen und im Entscheiden. Und das wird mir jetzt hier gerade ziemlich zum Verhängnis. Also eine Entscheidung zu treffen.

Ich habe nun drei Möglichkeiten:

1. Bis Februar in New Plymouth bleiben, hoffentlich zusätzlich den Job beim Dönermann zu bekommen (oh habe gerade einen Anruf bekommen. Hätte wohl auch bei der Strawberryfarm anfangen können. Man, die brauchen immer recht lange, um eine Antwort auf Bewerbungen zu geben) und bei der wundervollen Familie aus der Kirche ein paar Wochen aushelfen. Ist also eigentlich total gut.

2. Vom 13. Dezember bis Ende Februar bei einer Familie in Queenstown leben, auf drei Kinder aufpassen (alle zwei Wochen) und die andere Woche im Haushalt helfen und zusätzlich Babysitterjobs annehmen, um Extra-Geld zu verdienen. Wie ich dahin komme? Ein französischer Wwoofer (willing workers on organic farms) hat ein Auto und will am 10. Dezember nach Wellington. Da muss ich sowieso hin für die Fähre. Der Rest wäre mit dem Bus zu bewältigen. Und Queenstown ist DIE Stadt. Früher oder später gehe ich da sowieso noch hin. Wenn nicht am 13. Dezember, dann später.

3. Im Januar zu einer anderen Familie gehen und dort leben (von einer Organisation aus). Festes Einkommen, Wochenenden frei und bezahlter Urlaub zum Reisen. Das einzige: Verlängerung meines Aufenthaltes um einen weiteren Monat.

 

Ich bin mir so unsicher, kann mich nicht entscheiden. Also.. Irgendwelche Tipps?

 

Eure Jasmina

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